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Ernährungsumstellung

 Aber ich bin ein großer Fleischesser, und ich glaube das schadet meinem Geist.

                                                                                                                William Shakespeare

 

Ernährungsumstellung auf fett - und Cholesterin - arme, herzgesunde Kost

Es ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass in dieser Überschrift die von Ihnen vielleicht erwartete Bezeichnung " Diät " fehlt? Ich meine es ernst, wenn ich diesen Begriff, der für mich nach Appetitlosigkeit, Langeweile, Verbot und Zwang schmeckt, hier vermeide. Was die moderne Ernährungswissenschaft dem Koronarkranken an Eßgewohnheiten näher bringen will, entspricht nämlich ziemlich genau der so genannten Mittelmeerkost; den Esssitten der Süditaliener, die weniger Herzinfarkte als die Norditaliener haben. Auch die moderne Sport - und Fitnessernährung ist in qualitativer Hinsicht eine Herzschutzkost. Vorbildhaft im Sinne einer Fitnessernährung für Herz und Kreislauf ist auch die japanische Kost: mit viel Gemüse, Reis und Fisch. Zu einem herzgesunden Menü darf auch ein Glas guter Rotwein getrunken werden. ( Ich werde darauf noch später eingehen ) Bemerkenswert ist, dass in der Kalifornischen Lebensstilstudie von Dr. Ornish die eindrucksvollsten Erfolge durch streng vegetarische Ernährung erreicht worden sind. Es steht außer Frage, dass Vegetarier weniger koronarkrank sind, als die Durchschnittsbevölkerung in den westlichen Industrieländern. Dazu muss aber auch erwähnt werden, dass überzeugte Vegetarier häufig auch Nichtraucher und Antialkoholiker sind.

Vegetarisch oder Vollwert?

Grundsätzlich ist ein bevorzugter Verzehr pflanzlicher und ein verringerter Verzehr tierischer Lebensmittel empfehlenswert. Nur so können die vorteilhaften, komplexen Kohlehydrate und Ballaststoffe vermehrt, Fett und Cholesterin dagegen eingeschränkt werden. Wir unterscheiden bei den Vegetariern , Veganer" , die sich ausschließlich von Pflanzenkost ernähren, von den ,, Lakto - und Ovolaktovegetaniern". Letztere verzehren Milch und Eier zusätzlich zur pflanzlichen Ernährungsgrundlage, lehnen aber Fleisch und Fisch ab. Hier bei der rein vegetarischen Ernährung weichen wir mit unseren Gruppen von der Lebensstilstudie von Dr. Ornish ab. Wir bevorzugen eine laktovegetarische Ernährung. Sie ist vollwertig und auch Basis der so genannten Vollwerternährung, die aber einen gelegentlichen Verzehr von Fleisch und Fisch keineswegs verbietet. Wichtiger ist, dass die Nahrung frisch, so natürlich und so einfach wie möglich ist. Ein Vorteil der Vollwerternährung ist, wenn man unverarbeitete Lebensmittel bevorzugt, kann man somit Zutaten und Zusatzstoffen in Fertigprodukten vermeiden. Nachteilig sind die in manchen Vollwert - Rezepten angegebenen großen Mengen an Eiern, Butter, Sahne und Nüssen. Die wichtigsten Ernährungsempfehlungen, um nahezu allen ernährungsabhängigen Erkrankungen vorzubeugen, sind letztendlich, eine zu hohe Fettzufuhr zu senken. Vorteilhaft aufgrund des hohen  Frischkost - und Vollkornanteils ist der Vitamin, - Mineralstoff - und Ballaststoffgehalt der Vollwerternährung. Außerdem liefern die pflanzlichen Lebensmittel die Gesundheitsschützenden sekundären Pflanzenstoffe sowie die Schutzfaktoren Beta - Carotin, Vitamin C und Vitamin A.

Nachteile alternativer Kost

Je einseitiger die Lebensmittelauswahl ist, desto eher besteht die Gefahr eines Nährstoffmangels. Der Wegfall von Milch und Milchprodukten, ( wie bei Dr. Ornish ) gefährdet die Kalzium -Vitamin D -  und Vitamin B2 - Versorgung. Der völlige Verzicht auf Fleisch und Fisch bedeutet, auf die sichersten Eisen - und Jod - Lieferanten in der Ernährung zu verzichten. Außerdem kann ein Mangel an Zink drohen. Auf Eier könnte man noch am ehesten verzichten.

Gruppe beim gemeinsamen Kochkurs

 

 

Essen mit Freude

 Für eine dauerhafte Verhaltensänderung im Ernährungsbereich ist es wichtig, dass das neue Verhalten persönlich zufrieden stellend ist, Spaß macht und das Wohlbefinden steigert. Man sollte lieber mit Freuden das richtige essen, als ständig aus Angst vor Kalorien und Cholesterin nur Verzicht zu üben. In unseren Gruppen werden reichlich Rezepte ausgetauscht und einmal im Monat  wird gemeinsam mit viel Freude und Spaß gekocht. Auch werden von Gruppenmitgliedern Speisen zum Verkosten zu den Gruppenabenden mitgebracht. Außerdem werden regelmäßig Vorträge von Ernährungsberatern aufgesucht.

Ein Gläschen in Ehren

 In den meisten Ländern bedeutet ein übermäßiger Verzehr von Fetten und fetthaltigen Nahrungsmitteln, die vorwiegend gesättigte Fettsäure und Cholesterin enthalten, eine hohe Sterblichkeit durch koronare Herzkrankheit. Nicht so in einigen Regionen Frankreichs, in denen zwar fettreich gegessen wird, aber trotzdem verhältnismäßig wenig Menschen an einer Koronarkrankheit leiden. Dies wird mit dem in diesen Gebieten üblichen, regelmäßigen Weinkonsum in Verbindung gebracht. Dabei scheint der Alkoholgehalt des Weins nicht der allein ausschlaggebende Faktor zu sein. Vielmehr ist Rotwein reich an phenolischen Verbindungen, die vor Arteriosklerose schützen können. Aus diesen positiven Zusammenhängen von Rotweingenus und Herzschutzwirkung kann man mit aller Vorsicht ableiten, dass alkoholische Getränke, wie Rotwein als Genussmittel, ein Glas pro Tag, und nicht als Nahrungsmittel oder Durstlöscher im Rahmen einer ausgewogenen Herzschutzkost erlaubt sind. Trotzdem muss dabei auf die Kalorienbilanz geachtet werden. Harte Sachen, wie Schnaps und Brandy erhöhen den Triglyzeridspiegel und sind bei Bluthochdruck tabu. Die Schutzwirkung von Rotweinphenolen dürfte aber die anderen genannten Schutznährstoffe sowie die aufgezeigten Ernährungsmaßnahmen nicht überflüssig machen. Genus und Gesundheit müssen beim Essen und Trinken in einem gesunden Gleichgewicht zueinander stehen. Auch grüner Tee wirkt aufgrund seines Gehaltes an Polyphenolen antioxidativ und ist somit ein empfehlenswertes Getränk innerhalb der Herzschutzkost

 

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Stand: 23. Juli 2009