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Zwischen Gesundheit und Lebensstil besteht ein enger Zusammenhang. Wie wir unseren Alltag leben, davon hängt viel für unsere Gesundheit ab. Denn, schlechte Gesundheit ist kein isolierter Tatbestand, sondern kann das Ergebnis vielfältigen Fehlverhalten, von dem jeder einzelne zunächst ohne Folgen zu sein scheint. Wir glauben, daß jeder Mensch die Verantwortung für seine eigene Gesundheit mit trägt. Niemand kann die Verantwortung übernehmen, kein Arzt und auch keine noch so große Ansammlung von Ärzten. Unsere Lebensgewohnheiten bestimmen, ob wir unsere Gesundheit verbessern oder verschlechtern. Dieser Zusammenhang zwischen Gesundheit und Lebensstil gilt in besonderem Maße für die Herz - Kreislauferkrankungen. Was hier zusammengefaßt alsProgramm zu einer realisierbaren Lebensstiländerung in unserer Gruppe angeboten wird, ist eigentlich nichts Neues. Es ist eine  Kurzfassung an Forschungsergebnissen, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben. Es geht dabei nicht nur um die koronare Herzkrankheit, sondern auch dem Schlaganfall, dem Raucherbein und dem Raucherpenis ( Der Impotenz ) vorzubeugen oder diese Krankheit rückgängig zu machen. Dieses Programm schließt auch die Erfahrungen und Ergebnisse des Life style Heart trial von Dr. Dean Ornish ein. Es ist allerdings in der Ernährung, der Verhaltensdisziplin und der Therapietreue bei der Einnahme der Medikamente verändert bzw. ergänzt.

Die konkreten Lebensstiländerungen sollen erreicht werden durch totalen Verzicht auf Nikotin, eine überlegte Auswahl bei der Ernährung, abbauen und vermeiden von Streß und Streßsituationen, sozialen Kontakt in der Gruppe und Therapietreue durch regelmäßige Einnahme der Medikamente. Mit dieser Broschüre soll erreicht werden, daß die Empfehlungen für einen neuen Lebensstil  sich nicht nur an bereits Erkrankte richtet, sondern auch für Gesunde und Risikoträger geeignet sind.

Was ist die koronare Herzkrankheit ?

 

Um die Zusammenhänge besser verstehen zu können, möchte ich kurz auf die Grundkrankheit, die koronare Herzkrankheit, eingehen. Die Pumpleistung des Herzens ist    enorm. So werden in körperlicher Ruhe in der Minute 5 Liter Blut gefördert, bei körperlicher Anstrengung zwischen 12 und 18 Liter. Im Durchschnitt beträgt die Tagesleistung 15000 Liter. Die Energie für diese Leistung erhält es über die so genannten Herzkranzgefäße oder Koronararterien, die den Herzmuskel mit dem nötigen Sauerstoff versorgen. Solange die Herzkranzgefäße frei von Ablagerungen sind, kann der Herzmuskel in Ruhe und bei körperlicher Anstrengung ausreichend mit Blut versorgt werden. Kommt es zu einer Einengung der Gefäße, reicht die Blutversorgung speziell bei körperlicher Belastung nicht mehr aus. Der Betroffene spürt Schmerzen in der Brust. Die Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden entstehen hauptsächlich durch die Arteriosklerose. Man muss sich das wie bei einem verkalkten Wasserhahn vorstellen, aus dem das Wasser nicht mehr im Strahl herausfließt. Die Ursachen für die Auslösung der Gefäßverkalkung sind im Einzelnen noch nicht voll aufgeklärt. Es ist aber bekannt, dass eine Reihe von Risikofaktoren diese Gefäßerkrankung fördern können. Hierzu zählen hauptsächlich: Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, seelische Belastungen, Stress und Vererbung.

Ein typisches Beispiel :

Herr M. ist 45 Jahre alt und spürt beim Bergwandern plötzlich einen heftigen Druck im Brustkorb. Er fühlt sich wie eingeschnürt und bleibt stehen. Seine Frau, die weitergelaufen ist, dreht sich nach ihm um. Dies bewegte ihn weiterzugehen. Doch die Beschwerden kommen nach einigen Metern wieder. Ihm ist klar, dass er nicht gut trainiert ist und bittet nun seine Frau langsamer zu gehen. Da das Berggasthaus nicht weit ist, hat er Zeit sich auszuruhen. Der Abstieg macht ihm keine Schwierigkeiten. Weitere Bergwanderungen scheut er aber. Er vergisst diese Episode. Erst im Winter beim Verlassen der Wohnung spürt er in der morgendlichen Kälte die gleichen Beschwerden, nun aber viel stärker. Er glaubt zunächst, dass es sich um Rheuma handelt. Nachdem die Beschwerden häufiger Auftreten, sucht er seinen Arzt auf, der ihm nach seiner Schilderung sagt, dass er wohl eine Angina pectoris habe. Die körperliche Untersuchung deckt einen Bluthochdruck auf. Auch berichtet Herr M. seinem Arzt, dass er 30 Zigaretten pro Tag schon viele Jahre rauche. Beim Belastungs- - EKG sind die angegebenen Beschwerden auslösbar, und die EKG - Kurve zeigt ein typisches Zeichen der Mangeldurchblutung des Herzmuskels. Die Diagnose lautet:  Koronare Herzkrankheit. Herr M. ist verwirrt. An das Herz hat er nie gedacht. Er befasst sich nun näher mit dieser Erkrankung und kann die weiteren diagnostischen Schritte besser verstehen. Nach der Herzkatheteruntersuchung kann entschieden werden, ob die Gefäßeinengung durch eine Ballonaufweitung beseitigt werden kann oder ob eine Operation notwendig ist, bei der Umgehungsgefäße ( Bypässe ) angelegt werden.

Was sind die Folgen der koronaren Herzkrankheit?

 

Angina pectoris: Bei der Angina pectoris treten die Beschwerden auf, die Herr M. erstmals beim Bergwandern gespürt hat. Wenn ein oder mehrere Herzkranzgefäße eingeengt sind, kommt es bei einer körperlichen Anstrengung zur Mangeldurchblutung des Herzmuskels, die sich in Form von Schmerzen, Druckgefühl oder auch in Atemnot äußern kann.

Herzinfarkt: Beim Herzinfarkt kommt es zu einem plötzlichen Verschluss, zum Beispiel durch ein Blutgerinnsel in einem schon durch Ablagerungen Vorgeschädigten Herzkranzgefäß. Ist ein solches Gefäß verschlossen, kann es einen Teil des Herzens nicht mehr mit Sauerstoff versorgen. Das Herz reagiert mit Schmerzen, die im Unterschied zur Angina pectoris in Ruhe auftreten, dem Nachlassen der Pumpkraft und nicht selten mit einem Kreislaufzusammenbruch. Die unterversorgte Herzmuskulatur stirbt ab.

Herzrhythmusstörungen: Durch Narben nach einem Herzinfarkt oder aber auch durch Zustände von Mangeldurchblutungen können Störungen der Herzschlagfolge ausgelöst werden. Meist spürt der Patient Herzstolpern, das ihn sehr beunruhigt. Zum Glück sind diese so genannten Extrasystolen harmlos. Das Herz kann zeitweilig auch zu schnell oder zu langsam schlagen. In beiden Fällen können Beschwerden, wie Schwarzwerden vor den Augen oder ohmachtsähnliche Zustände auftreten.

Herzmuskelschwäche: Durch Narben nach mehreren Herzinfarkten kann die Pumpleistung des Herzens ganz erheblich eingeschränkt sein, so dass das Herz nicht mehr 5 Liter, sondern nur noch 2 Liter Blut pro Minute fördert und auch eine ausreichende Steigerung unter Belastung nicht mehr möglich ist.

Herzklappenfehler: Durch ausgedehnte Narben im Gefolge von Herzinfarkten können Herzklappenfehler entstehen. Meist ist in diesen Fällen die Klappe zwischen der linken Vorkammer und der linken Hauptkammer, die Mitralklappe, betroffen.

Was ist dagegen zu tun ?

Es ist einleuchtend, dass zur Vermeidung und zur Verhinderung des Fortschreitens der Erkrankung wie auch zur Linderung der Beschwerden, der Abbau der Risikofaktoren an erster Stelle stehen muss. Die besten Medikamente können nichts bewirken, wenn zum Beispiel weitergeraucht oder der Bluthochdruck nicht behandelt wird - um nur zwei wichtige Faktoren zu nennen. Gesunde Ernährung mit ausreichender Bewegung sowie genügend Schlaf und Ausspannung sollten von nun an im Vordergrund stehen.  Dazu gehört auch, dass der Umgang mit Stress-Situationen sowie deren Vermeidung und das offene Gespräch in der Gruppe erlernt wird. Genau mit diesen Punkten befasst sich unser Programm zur besseren Lebensqualität.

 

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Stand: 23. Juli 2009