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Totaler Verzicht auf Nikotin Tabak ist ein scheußliches Kraut. Ich mag es. Es erfüllt kein normales Bedürfnis. Es macht dich dünn, es macht dich schlank. Es putzt dir die Haare von der Birne. Es ist das schlimmste Zeug, das ich kenne. Ich mag es. Graham Lee Hemminger " Tobacco "Rauchen und SuchtNachdem die Arteriosklerose nur den Endpunkt einer jahrzehntelangen Entwicklung darstellt, muss die Notwendigkeit betont werden, bereits in frühem Erwachsenenalter, ja sogar in Jugend und Kindheit, auf die Vermeidung von Risikofaktoren zu achten. Dies gilt insbesondere für das Rauchen, weil man dafür in der Jugend besonders anfällig ist. Zunächst einmal probieren Jugendliche das Rauchen aus Neugier, weil die Erwachsenen es ihnen schon immer vormachten. Nichtraucher bleiben Jugendliche am ehesten, wenn ihre Eltern nicht rauchen. Das Bedürfnis dazuzugehören, der Gruppendruck, spielt ebenfalls eine große Rolle. Nach und nach entsteht aus dem Rauchen aus Neugier schließlich die Gewohnheit zu rauchen und die Abhängigkeit. Einmal wird die Zigarette gebraucht um Nervosität und Konzentrationsschwäche gegenzusteuern, ein anderes Mal, um ein Gefühl von Sicherheit und Entspannung zu gewinnen oder um leichter Kontakte in der Gesellschaft herzustellen. Tatsächlich wird bei jeder Gelegenheit zur Zigarette gegriffen und mit den vorgeschobenen Gründen verdeckt man, dass bereits das Stadium der Sucht erreicht ist, in dem die Kontrolle über
Ja und Nein zur Zigarette beinahe verloren ist. Sich aus dieser Sucht zu befreien, ist schwierig, da das Verlangen nach Zigaretten durch den Nikotinentzug zum Problem wird. Begleiterscheinungen, wie Aggressivität und schlechte Laune, Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Hunger, Verstopfung und Gewichtszunahme sind Erscheinungen des Nikotinentzugs. Die Abhängigkeit von den Zigaretten wird durch das Nikotin geprägt. Die schlimmsten Schäden des Rauchens werden aber durch mehrere Tausend Substanzen bewirkt, die beim Brennen von Tabak freigesetzt werden. Methoden der Raucherentwöhnung Rauchen ist ein wesentlicher Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt. Raucher bekommen dreimal so häufig einen Herzinfarkt wie Nichtraucher. Aber es ist auch wichtig zu wissen, dass bei Menschen, die das Rauchen aufgegeben haben, schon nach Monaten eine wesentlich geringere Infarktgefährdung und Infarktsterblichkeit besteht. Jahrelange Abstinenz setzt sie dem Nichtraucher gleich. Nach einem überstandenen Herzinfarkt gewöhnen sich 70% das Rauchen meist schon auf der Intensivstation ab, aber 30% fangen nach kürzerer oder längerer Pause wieder an. Nach meiner Erfahrung fällt es gerade nach dem Herzinfarkt leichter als sonst, das Rauchen einzustellen. Die schmerzliche Krankheitserfahrung führt oft zu einer starken Motivation, das Rauchen zu beenden. Auch Entzugserscheinungen treten bei ehemals starken Rauchern sehr viel seltener als sonst auf. Das beste Beispiel bin ich selbst. Ich habe vor meinem Herzinfarkt bis zu 60 Zigaretten täglich geraucht. Als der Arzt dann die Diagnose Herzinfarkt stellte, war dies für mich ein so tief sitzender Schock, dass ich von da an bis heute keine Zigarette mehr rauchte. Ich hatte keinerlei Entzugserscheinungen, weder auf der Intensivstation noch während der Anschlussheilbehandlung. Die beste Raucherentwöhnung ist die so genannte Schlusspunktmethode, d. h. ein sofortiges Einstellen des Rauchens auf null Zigaretten. Dies bedeutet, dass der Patient nach einem Aufklärungsgespräch über genügend Einsicht und Kraft verfügt, das Rauchen dauerhaft einzustellen. Nach allgemeiner Erfahrung ist die Nikotinsucht nicht so hochgradig, dass sie nicht mit starkem Willen überwunden werden könnte. Die Suggestivbehandlung sei es durch Akupunktur, Handauflegen oder welches Medium auch immer, zeigt ebenfalls Erfolge. Solche Methoden sind sehr aufwendig und oft wegen ihres irrationalen Charakters bei Ärzten und Rauchern nicht sonderlich beliebt. Die Aversionstherapie beruht darauf, dass beim Patienten durch Rauchen bis zur Übelkeit; durch Vergällung der Zigaretten mit anderen Geschmacksstoffen oder Bestrafung bis hin zu einem Elektroschock, Abneigung gegen das Rauchen erzeugt wird. Diese Therapieform mag zwar bis zu einem gewissen Grade Erfolg versprechend sein, widerspricht aber wegen der Aggressivität der Vorstellung ärztlichen Handelns. Die medikamentöse Therapie zur Raucherentwöhnung geht von der Basis aus, dass anderweitig zugeführtes Nikotin, sei es durch Kaugummi oder Pflaster, einen genügend hohen Nikotinspiegel erhält und damit das Rauchverlangen unterdrückt. Die Verhaltenstherapie soll die Motivation zur Raucherentwöhnung, den Willen und die Kraft auf Zigaretten zu verzichten, durch bestimmte Mechanismen permanent erneuern. Zum Beispiel durch das Führen einer Strichliste der rauchfreien Tage. Eine hohe Wirksamkeit besitzt aber die Therapie in der Gruppe, bei denen sich die Gruppenmitglieder durch Selbstkontrolle und gegenseitige Motivation stärken. In unseren Gruppen ist grundsätzlich Rauchverbot während den Gruppenabenden. Durch diese gemeinsame Motivation gibt es in unseren Gruppen keinen Raucher mehr.
Rauchen und gesellschaftliches Umfeld
Abschließend bleibt zu betonen, dass eine Raucherentwöhnung nur dann wirksam ist, wenn sie vom festen Willen des Patienten begleitet ist, das Rauchen einzustellen und die Zigarettenabstinenz auch durch die gesellschaftliche Umgebung unterstützt wird. Es gibt das öffentliche Bewusstsein gegen das Rauchen zu sensiblisieren. Dass die Folgekrankheiten des Rauchens an Herz und Gefäßen durch die Fortschritte in der Medizin immer besser behandelt werden können, ist kein Gegenargument. Denn die Zeit ist abzusehen, dass wir die hohen Kosten dieser Behandlungen nicht mehr finanzieren können, wenn es nicht gelingt, die Ausbreitung dieser Krankheit durch Vorbeugung einzudämmen.
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