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Sozialer Kontakt

 Universale Verantwortung heißt, das Leiden anderer Menschen ebenso zu fühlen wie unser eigenes. Sie heißt erkennen, dass selbst unsere Feinde durch die Suche nach Glück zu ihrem Handeln getrieben werden. Wir müssen begreifen, dass alle Menschlichen Wesen dieselben Wünsche haben, wie wir auch.

 
                                                     Der XIV. Dalei Lama

Gruppendynamik

 In unseren Gruppen erfahren wir immer wieder, wie wichtig die Unterstützung durch Gleichgesinnte für den Erfolg des Programms ist. Auch Medizinern wird es immer bewusster, dass es auch Mittel gibt, die sie nicht auf Rezept verschreiben können: Liebende Partner, zuverlässige Freunde und bei Kranken Selbsthilfegruppen. Für die Entstehung der Herz - Kreislaufkrankheit spielen Partnerschaft und Freundschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dies wurde in den letzten Jahren wissenschaftlich bewiesen. Dem Schutzfaktor des sozial - emotionalen Rückhalts wird besonders viel Raum gewidmet. Menschen, die langfristig guten sozialen und emotionalen Rückhalt erfahren, sind vor Herz - Kreislauferkrankungen besser geschützt als sozial isolierte oder in spannungsgeladenen Sozialbeziehungen lebenden Menschen. Ganz gleich, ob das soziale Netz am Stammtisch oder im Golfclub, im Kreis der Verwandten, in Selbsthilfegruppen oder im Kegelverein geknüpft wird. Je mehr Fäden, desto besser trägt es. Als der stärkste tragende Faden erweist sich in den meisten Fällen eine gute Beziehung zum Partner Langzeitstudien in den USA haben ergeben, dass Menschen in stabilen Partnerschaften seltener krank werden als Alleinstehende. Die Studie hat gezeigt, dass alles was die Einsamkeit fördert, auch chronischen Stress erzeugt und zur koronaren Herzkrankheit führen kann. Die Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe zum Beispiel kann einen vorzeitigen Tod verhindern. Der Wunsch nach Nähe  und Intimität, nach der Überwindung unserer Isolationsgefühle ist so überwältigend stark, dass er uns sogar zu selbstdestruktiven Verhaltensweisen bringen kann. Wir stellen oft fest, dass unsere Mitglieder Dinge für andere tun, die sie für sich normalerweise nicht getan hätten. Man lernt dabei die Macht einer Gruppe kennen, grundlegende Lebensveränderungen anzuregen und zu unterstützen. Mitglieder, die von sich aus nicht konsequent bei der Ernährungsumstellung geblieben wären, taten es, um mit anderen Gruppenmitgliedern solidarisch zu sein. Am Anfang macht es angst, die eigenen Geheimnisse aufzudecken, aber in der Regel ist es eine gute und heilende Erfahrung, wenn in der Gruppe der Mut aufgebracht wird, sich selbst zu enthüllen und zu zeigen, wie man wirklich ist, dann fühlen sich auch die anderen in der Gruppe sicher und wagen es ebenfalls, über sich zu sprechen. Die Gruppenmitglieder schildern immer wieder, dass das Gespräch bereichert, weil jeder an den Erfahrungen des anderen teilnimmt und von den anderen lernen kann. Das Gruppengespräch entlastet, weil keiner isoliert dasteht, wie er es nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation befürchtet. Ein wichtiger Programmpunkt ist die Einbeziehung des Partners. Denn die koronare Herzkrankheit hat ihre Auswirkung ja nicht nur auf den Patienten, sondern ebenso auf den Partner und die Familie. Durch die Gespräche über die Krankheit und der Umgang mit dem Patienten, kann die Partnerbeziehung und die zu der Familie in allen Lebensbereichen intensiver und tiefer werden. Die Krankheit kann der Anfang zu einer besonders guten Beziehung werden, wenn alle Ängste und Unsicherheiten offen besprochen werden, zum Beispiel über das Tabuthema : Sexualität nach einem überstandenen Herzinfarkt, oder über die Rolle des Kranken in der Familie und wie man damit umgeht. Da in unseren Gruppen über verschiedene Themen gesprochen wird, tauchen Fragen auf, die niemand in der Gruppe beantworten kann, wir laden daher oft kompetente Fachleute in unsere Gruppenabende ein. Auch die Arbeit mit einem Psychotherapeuten ist eine gute Möglichkeit,  unterdrückte und verdrängte Gefühle wieder zu erleben und ins Bewusstsein zu integrieren, ohne sich verurteilt zu fühlen. Die Empathie des Therapeuten ermöglicht es, sich selbst anzunehmen und schließlich auch Mitgefühl mit anderen aufzubringen. Dieser Prozess kann helfen die Isolation zu überwinden, die  von den eigenen Gefühlen und die anderer Patienten. Die Einsichtserfahrungen, die durch Psychotherapie vermittelt werden, sind sehr wichtig, sie genügen jedoch in aller Regel nicht, um jemanden zur Veränderung selbstdestruktiver Muster zu motivieren. Wenn man aber Einsicht und Wissen mit Mitgefühl verbindet, können sie zutiefst heilsam sein.

Ein wichtiges Moment in unseren Gruppen ist auch die Geselligkeit und gemeinsame Unternehmungen, Ausflüge, Besichtigungen und Besuche von kulturellen Veranstaltungen.

Gemeinsame Ausflüge verbessern den Sozialen Kontakt

 

 

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Stand: 23. Juli 2009